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ATKINS-DIÄT

10.04.2014 20:08

Die Atkins-Diät, benannt nach ihrem Erfinder Robert Atkins, ist eine Diät nach dem Low-Carb-Prinzip. Sie reduziert die Aufnahme von Kohlenhydraten am Anfang drastisch und nutzt Fettsowie Protein als Hauptenergieträger. Dieser Ansatz soll nach Ansicht der Anhänger der Atkins-Diät den Körper dazu zwingen, Fett zur Energiegewinnung in Ketonkörper zu verwandeln.

Die von Atkins 1989 gegründete Atkins Nutritionals Inc. war eine schnell wachsende Firma, die Millionen von Menschen, die sich dem low carbohydrate lifestyle verschrieben hatten, mit einer breiten Palette von entsprechenden Produkten versorgte. Nach dem Abebben der „Atkins-Welle“ in den USA ging es jedoch mit dem Unternehmen steil bergab. Am 31. Juli 2005 verkündete ein Unternehmenssprecher, dass Atkins Nutritionals Inc. Insolvenz beantragt habe.

Die Prinzipien der Atikins-Diät

Als Atkins in den 1970er Jahren sein Diätbuch veröffentlichte, hieß seine Devise: erlaubt sind Fett und Protein, verboten ist eine Menge von über 5 g Kohlenhydrate pro Tag während der 14-tägigen Einstiegsphase 1. Später hat er dieses Prinzip modifiziert, so dass Kohlenhydrate nun auch in der Einstiegsphase in kleinen Mengen (bis 20 g pro Tag) Bestandteil der Diät sind. Die kohlenhydratarme Kost soll den Blutzuckerspiegel niedrig halten. Vitamine und Mineralstoffe sollen durch Zusatzpräparate aufgenommen werden. Wesentlich ist, dass der Körper Protein im Gegensatz zu Kohlenhydraten nicht speichern kann, so dass überschüssiges Protein ausgeschieden wird. So bleibt zur Energiegewinnung vor allem Fett.

Bei der Atkins-Diät gibt es vier verschiedene Phasen, die sich durch unterschiedliche Zufuhrmengen an Kohlenhydraten unterscheiden. Personen mit starkem Übergewicht sollen mit Phase 1 anfangen, um möglichst schnell in die Lipolyse, speziell die so genannte Ketose zu kommen, bei der vom Körper Fett verbraucht wird. Die Phasen 2 und 3 bedeuten ein Herantasten an eine höhere Kohlenhydratmenge, bei der der Klient dennoch weiter abnimmt. In Phase 4 isst der Klient schließlich so viele Kohlenhydrate, dass er weder ab- noch zunimmt. Phase 4 verstand Atkins als lebenslange Ernährungsform, vergleichbar mit der heutigen LOGI-Methode.

Außerdem sollte, vor allem wenn man nicht weiter abnimmt, auf die Kalorienmenge geachtet werden. Sport wird von Atkins schon im ersten Buch Die Diät-Revolution als unverzichtbares Element der Diät angesehen, auch wird in den Phasen 2 und 3 reichlich Gemüse empfohlen.

Atkins empfiehlt Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine und Mineralstoffe sollten durch Zusatzpräparate aufgenommen werden, da sonst ein Mangel entsteht.

Die Ketose

Der Körper nutzt aufgenommene Kohlenhydrate, um sie in Energie zu verwandeln. Werden mit der Nahrung keine Kohlenhydrate zugeführt, so stellt der Körper den Stoffwechsel auf Fettverwertung um. Dabei werden Fettsäuren in der Leber als Glucoseersatz in sogenannte Ketonkörper verwandelt. Ketone entstehen grundsätzlich bei jedem Fasten, sobald der Körper auf Hungerstoffwechsel umschaltet. Eine erhöhte Konzentration wird als Ketose bezeichnet, erkennbar an deutlichem Mundgeruch als Folge des Stoffwechselproduktes Aceton. Vermehrte Ketonkörper im Blut sollen appetithemmend wirken. Abgeleitet vom Wort ‚Ketose‘ bezeichnen sich die Atkins-Anhänger auch als „Ketarier“.

Phase I (Einleitungsdiät)

Hier sollten 14 Tage lang nur bis zu 20 g Kohlenhydrate täglich gegessen werden. Fleisch bietet laut Atkins neben Eiern die optimale Kombination an Aminosäuren. Auch Soja-Produkte können verwendet werden. Die erlaubte Kohlenhydratmenge sollte als Salat und Gemüse aufgenommen werden, um Verstopfungen zu vermeiden. Brot ist verboten.

Es wird empfohlen, die Atkins-Diät mit einem Arzt abzusprechen, um die Änderung der Blutwerte zu überprüfen. Durch die sehr geringe Menge an Kohlenhydraten ist der Körper schnell gezwungen, zur Energiegewinnung auch Fett heranzuziehen. Die dabei als Zwischenprodukt auftretenden Ketonkörper können mit Hilfe von sogenannten Ketosticks im Urin nachgewiesen werden.

Phase II (grundlegende Reduktionsdiät)

In Anschluss an Phase I wird die Ernährung weitergeführt; nun können nach der Modifikation der Diät Woche für Woche mehr nährstoffreiche Kohlenhydrate wie Gemüse, Nüsse, Beeren, Samen und auch Bohnen und Hülsenfrüchte in die Ernährung eingebaut werden. Dabei soll die Menge an täglich zugeführten Kohlenhydraten jede Woche um 5 g erhöht werden, so dass in der ersten Woche auf 25 g Kohlenhydrate, in der zweiten Woche auf 30 g usw. erhöht wird.

Sobald man nicht mehr abnimmt, soll die Kohlenhydratmenge wieder um 5 g verringert werden. Man kennt nun die Mengen an Kohlenhydraten, die man maximal verzehren darf, um weiter abzunehmen. Bei den meisten Menschen soll die Menge dauerhaft zwischen 40 und 60 g liegen.

Phase III (Vor-Erhaltungsdiät)

Nun soll die Gewichtsabnahme nahezu stagnieren. Dazu können wieder die Kohlenhydratmenge jeder Woche um 10 g erhöht oder an zwei Tagen in der Woche zusätzlich 20 bis 30 g Lebensmittel mit einer hohen Nährstoffdichte zur Nahrung ergänzt werden, solange man immer noch abnimmt.

Phase IV (lebenslange Erhaltungsdiät)

Ist das Zielgewicht erreicht, erhöht sich die Auswahl an „erlaubten“ Lebensmitteln drastisch: Empfohlen wird viel Gemüse, viel Fisch und auch Obst. Teigwaren und Kartoffeln werden aber weiterhin nur in Ausnahmefällen genossen. Die Phase 4 ist als dauerhafte Ernährungsform zu verstehen.

 

 

Quellen: 

  1.  Dena M. Bravata et.al: Efficacy and Safety of Low-Carbohydrate Diets: A Systematic Review. In: JAMA. 14, Nr. 289, 13. April 2003, S. 1837-1850.doi:10.1001/jama.289.14.1837. Abgerufen am 5. März 2011. „Conclusions: There is insufficient evidence to make recommendations for or against the use of low-carbohydrate diets, particularly among participants older than age 50 years, for use longer than 90 days, or for diets of 20 g/d or less of carbohydrates. Among the published studies, participant weight loss while using low-carbohydrate diets was principally associated with decreased caloric intake and increased diet duration but not with reduced carbohydrate content.
  2.  C. D. Gardner u. a.: Comparison of the Atkins, Zone, Ornish, and LEARN Diets for Change in Weight and Related Risk Factors Among Overweight Premenopausal Women
  3.  Hession M, Rolland C, Kulkarni U, Wise A, Broom J: Systematic review of randomized controlled trials of low-carbohydrate vs. low-fat/low-calorie diets in the management of obesity and its comorbidities. In: Obes Rev. 10, Nr. 1, August 2008, S. 36-50. doi:10.1111/j.1467-789X.2008.00518.xPMID 18700873. „There was a higher attrition rate in the low-fat compared with the low-carbohydrate groups suggesting a patient preference for a low-carbohydrate/high-protein approach as opposed to the Public Health preference of a low-fat/high-carbohydrate diet. Evidence from this systematic review demonstrates that low-carbohydrate/high-protein diets are more effective at 6 months and are as effective, if not more, as low-fat diets in reducing weight and cardiovascular disease risk up to 1 year.
  4.  Shai, I. u. a.: Weight Loss with a Low-Carbohydrate, Mediterranean, or Low-Fat Diet. In: New England Journal of Medicine. 359, Nr. 3, 17. Juli 2008, S. 229-241.doi:10.1056/NEJMoa0708681. Abgerufen am 28. Februar 2011. „Conclusions: Mediterranean and low-carbohydrate diets may be effective alternatives to low-fat diets.
  5.  Patty W Siri-Tarino, Qi Sun, Frank B Hu and Ronald M Krauss: Meta-analysis of prospective cohort studies evaluating the association of saturated fat with cardiovascular disease. In: Am J Clin Nutr. 13. Januar 2010. doi:10.3945/ajcn.2009.27725. Abgerufen am 4. März 2011. „A meta-analysis [...], showed that there is no significant evidence for concluding that dietary saturated fat is associated with an increased risk of CHD or CVD. [...]
  6. ↑ a b Funktioniert die Atkins-Diät wirklich? (2004)
  7.  Arne Astrup, Thomas Meinert Larsen, Angela Harper: Atkins and other low-carbohydrate diets: hoax or an effective tool for weight loss?. In: The Lancet. 364, Nr. 9437, 4. September 2004, S. 897-899. doi:10.1016/S0140-6736(04)16986-9. Abgerufen am 5. März 2011.
  8.  Christina Schlatterer: Wie Proteine satt machen; Langsames Umdenken hinsichtlich der ErnährungsrichtlinienNZZ-Online. 18. Oktober 2006. Abgerufen am 5. März 2011: „Jene Studienteilnehmer, die die proteinreiche Mahlzeit erhalten hatten, berichteten dabei von der deutlichsten Sättigung. Bei ihnen stieg auch die Menge an PYY [ein Sättigungshormon] im Blut nach der Mahlzeit am stärksten an.
  9.  Peter Stehle et.al.: Grafische Umsetzung von Ernährungsrichtlinien – traditionelle und neue Ansätze (pdf), 4, Ernährungsumschau, 2005, S. 128–135 (Zugriff am 21. Januar 2011).
  10. ↑ a b Low carb – high fat? – DGE-aktuell 05/2004DGE. 16. Juni 2004. Abgerufen am 1. März 2011.
  11.  Johns Hopkins Medical Institutions: High-Fat Ketogenic Diet to Control Seizures Is Safe Over Long Term, Study Suggests (englisch) Science Daily. 17. Februar 2010. Abgerufen am 4. März 2011: „Despite its temporary side effects, we have always suspected that the ketogenic diet is relatively safe long term, and we now have proof.
  12.  K. Widhalm, D. Fussenegger: Lebensbedrohliche Komplikationen bei Atkins-Diät. (PDF; 42 kB)
  13. http://de.wikipedia.org/wiki/Atkins-Di%C3%A4t

Kommentare

Ok Atkins Diät klappt wirklich zum abnehmen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das gesund ist.

Eugen P., 23.06.2017 09:13
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